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01/12/09

Die Dorfliste zur Benennung der Gemeindestraßen und -plätze

Die wichtigste Aufgabe einer Straßenbenennung besteht darin, dass Nichtortskundige sich leichter zurechtfinden; dazu gibt es auch international gültige Regeln. Dieses Ziel wurde in Kaltern verfehlt. Die Kalterer Kriterien sind weder klar noch konsequent. Der Grundsatz, dass Straßen in ihrem Verlauf nicht den Namen ändern sollten, wird in Kaltern von der Mehrheit ignoriert.
So wird aus der Karteinerstraße die Europastraße, die dann als Pfusserstraße weitergeführt wird, um schließlich als Heppenheimerstraße in die Kalterer Höhe zu münden. Bei einigen Namensgebungen wird die Bezeichnung „Weg“ bzw. „Straße“ nicht angeführt. So gibt es dann Adressen, die mehr an Wasserläufe als an Straßen erinnern. Neue Adressen in Kaltern lauten somit in Zukunft Rastenbach oder Remichbachl mit einer Hausnummer. Die Vermutung liegt nahe, dass mit dieser dialektalen Bezeichnung eine Übersetzung in „strada“ und „via“ vermieden werden sollte. Dabei nimmt die Mehrheit in Kauf, dass auch die Anschrift in deutscher Sprache lächerlich wirkt. Das Patergangl und das Pfleggangl werden im Italienischen nicht zum „vicolo“, sondern werden nur mit dem deutschen Namen geführt. Andererseits werden neue italienische Namen erfunden: Aus dem neuen Schlösslweg wird beispielsweise die „via Castelletto“.
Weil wir dieses Konzept nicht nachvollziehen konnten, haben wir uns bei der Abstimmung zur Benennung der Gemeindestraßen und -plätze der Stimme enthalten.
 
Irene Hell, Heidi Egger, Harald Weis
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